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DGB-Infoveranstaltung
zu Hartz IV
13.06.06
Der DGB führte am letzten Donnerstag in Idar-Oberstein eine Info-Veranstaltung
zum Thema Hartz IV durch.
Referenten: Herr Paal (Geschäftsführer ARGE Landkreis Birkenfeld),
Herr Heim von der Stadt Idar-Oberstein.
Herr Paal zeigte in einem mit diversen Statistiken untermauerten ca 15-minütigen
Vortrag u.a. die Entwicklung und Ist-Situation bei den Bedarfsgemeinschaften
im Kreis Birkenfeld auf. Er verwies mehrfach darauf, dass die ARGE nur
für die inhaltliche Durchführung, nicht aber für das Gesetz
selber verantwortlich sei.
Im Kreis gibt es etwas über 600 Ein-Euro-Job-Stellen. Das heißt,
dass bei einer Arbeitsdauer von 6 Monaten im Jahr ca 1200-1300 Arbeitsgelegenheiten
in diesem Sektor zur Verfügung stehen. Die Fahrtkosten werden übernommen.
Nach Angaben von Herrn Paal ist die Akzeptanz dieser Stellen seitens der
Betroffenen groß, Probleme würde es kaum geben.
Viele Betroffene erhofften sich durch die Annahme eines 1-Euro-Jobs die
*(unwahrscheinliche)* Übernahme in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis.
In der anschließenden teils lebhaft und emotional geführten
Diskussion wurde vor allem der ausufernde Bürokratismus der Arbeitsverwaltung
und der Wust an Dienstvorschriften, die eine effektive Arbeit be- und
verhindern würden, kritisiert.
Ein Gewerkschaftsmitglied, das auch Arbeitslose bei den ALG-II-Anträgen
berät und betreut, regte sich berechtigt über einige Kuriositäten
des alltäglichen Wahnsinnes auf.
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Für mich die Kernaussagen:
* im Kreis Birkenfeld wurde Leistungsmissbrauch nur in sehr wenigen Fällen
nachgewiesen (man kann also keineswegs pauschal von Leistungsmißbrauch
bei ALG-II-Empfängern sprechen bzw. diese unter Generalverdacht stellen
)
* die ARGE beschäftigt zur Zeit nur einen Außendienstmitarbeiter
( Hausbesuche werden also in größerem Maße rein personaltechnisch
nicht möglich sein)
* es gelingt nur in Einzelfällen dass aus einem sogenannten 1-Euro-Job
ein reguläres Arbeitsverhältnis entsteht (Deshalb sollte man
allergrößten Wert darauf legen, dass die Arbeitsgelegenheit
wirklich zur Weiter- oder Höherqualifizierung genutzt wird. Sinnvollerweise
sollte man auch die Gelegenheit wahrnehmen das eigene Bekanntennetzwerk
durch Arbeitskollegen und Vorgesetzte in dem jeweiligen Betrieb auszubauen).
Leider haben nur sehr wenige Betroffene das DGB-Angebot zur Information
genutzt. Die meisten Anwesende waren DGB-Mitglieder (können natürlich
auch arbeitslos sein oder werden).
RAB (WASG-KV Birkenfeld)
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