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Presse-Informationen
Verwechselt SPD-Vize-Körper
Ursache und Wirkung?
Leserbrief vom 01.12.2006
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
mein nachstehender Leserbrief bezieht sich auf den Artikel "Körper:Mittel
für Kampf gegen Rechts" auf der Kreis-Birkenfeld-Seite in der
Nahe-Zeitung vom 27.11.06.
Verwechselt SPD-Vize-Körper Ursache
und Wirkung?
Bericht in der Nahe-Zeitung vom 27.11.06
"Körper:Mittel für Kampf gegen Rechts" - Neues Bleiberecht
hilft 180000 Menschen
Einige in der Nahe-Zeitung veröffentlichten
Äußerungen des stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden
Körper bedürfen einer Stellungnahme seitens der WASG.
Herr Körper schreibt" Es ist richtig
und wichtig, finanzielle Mittel bereitzustellen im Kampf gegen Rechtsextremismus".
Vieles was auf dem sozialen Sektor in 150 Jahren Arbeiterbewegung erreicht
worden ist, wird heute mit Füßen niedergetrampelt. An der Spitze
steht dabei die Partei, die angeblich für den kleinen Mann
eintritt, die sogenannte SPD.
Vor allem der Protest gegen die von der SPD initiierte Agenda 2010 mit
Hartz IV hat die Rechten bei den vergangenen Landtagswahlen stark gemacht.
Darin sind sich die Demoskopen einig.
Gerade die SPD hat durch die durch Hartz IV verursachten existentiellen
Sorgen und Nöte Menschen , die dadurch oft ihre Lebensgrundlagen
verlieren, keine Perspektive mehr haben und sich von den etablierten Parteien
zunehmend verraten und verkauft fühlen (abgehängtes Präkariat),
vermutlich für die zunehmend subtilere Propaganda der Rechtsextremen
äußerst empfänglich gemacht!
Wir erinnern uns sicherlich noch an CSU-Chef Stoiber, der vor gar nicht
allzu langer Zeit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder aus genau diesen
Gründen für das Erstarken der NPD verantwortlich gemacht hat.
Die Bereitstellung finanzieller Mittel zum Kampf gegen Rechtsextremismus
ist sicherlich wichtig und richtig. Es darf aber kein Ersatz für
eine falsche Politik sein! Die Grundlagen ihrer von vielen Menschen als
zutiefst unsozial empfundenen Politik müssen sich ändern, Herr
Körper, etwa mit der Abschaffung von Hartz IV!
Herr Körper schreibt" Neues Bleiberecht
hilft 180000 Menschen".
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang
Huber, kritisierte den Beschluss der Innenminister als unzureichend. Hilfsorganisationen,
die Kirchen und die Opposition im Bundestag gehen davon aus, dass lediglich
20000 Menschen, also nur ein kleiner Teil der von Herr Körper genannten
Betroffenen , ein sofortiges Bleiberecht erhalten.
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Herr Körper schreibt weiter: "Es ist mir immer wichtig gewesen,
nicht aus den Augen zu verlieren, dass wir 180000 Einzelschicksale meinen,
wenn wir von Geduldeten sprechen...."
Im Fall der kurdischen Familie Yildirim, die am Morgen des 31.10.2006
um 6.45 Uhr gewaltsam aus den sakralen Räumlichkeiten der Kirche
St. Peter in Koblenz in die Türkei abgeschoben wurde, wo dem Vater
wegen Kriegsdienst-verweigerung Folter und Haft drohen, hat der SPD-Vize
vermutlich beide Augen ganz fest zugekniffen.
Es stört sein Gewissen vermutlich auch nicht weiter, dass zum ersten
Mal von deutschen Behörden bei der Abschiebung der Familie Yildirim
das nach kirchlicher Rechtsprechung unantastbare Recht auf offizielles
Kirchenasyl gebrochen wurde, was den Pfarrer der Kirchengemeinde von St.
Peter in Koblenz zu der Aussage bewegte: Wir sind zutiefst empört
und schockiert: Das hätten wir weder Ministerpräsident Beck
noch Oberbürger-meister Schulte-Wissermann zugetraut.
Einzelschicksale sind auch die drei minderjährigen Kinder dieser
Familie, darunter die 5-jährige Emine, die in Deutschland geboren
wurden und nur Deutsch sprechen! Diese Kinder wurden, wie Zeugen berichteten,
unter Todesangst in ein Land abgeschoben dessen Kultur und Sprache ihnen
fremd ist.
Viele ältere Mitbürger in Koblenz, die noch in der Zeit des
Nationalsozialismus die Judenverfolgung miterleben mussten, benutzten
unter dem Schock der Ereignisse stehend, aber auch noch später in
diesem Zusammenhang das Wort "Deportation".
Können sie mir erklären, Herr Körper, warum diese rücksichtslose
Aktion noch kurz vor der Innenministerkonferenz am 16.-17.11.2006, auf
der über die neue Bleiberechtsregelung entschieden werden sollte,
durchgeführt wurde? Die Vermutung liegt nahe, dass die Verantwortlichen
in Mainz an wehrlosen, auf den Schutz der Kirche vertrauenden Menschen,
ein Exempel statuieren wollten.
Mit ihrer Billigung?
Übrigens,
das Urteil des Bundesverwaltungs-gerichtes, welches aus religiösen
Gründen das Schächten (Töten ohne Betäubung) von Tieren
erlaubt, sehen wir als ein absolutes Fehlurteil an. Gerade auch durch
solche Urteile, die ganz sicher nicht im Namen des Volkes gesprochen werden,
tragen deutsche Beamte dazu bei Vorbehalte gegen unsere ausländischen
Mitbürger, und damit Ausländerfeindlichkeit in hohem Maße
zu fördern.
Das Recht auf Tierschutz, dem sich auch die WASG in ihrem Programm ganz
besonders verpflichtet fühlt, wird hier ohne die geringste Notwendigkeit
(es gibt andere islamkonforme Möglichkeiten) ausgehebelt.
Wir dürfen nicht vergessen, und damit schließt sich der Kreis,
dass die Beamten, die dies zu verantworten haben, von deutschen Politikern,
z.B. auch von denen der SPD, eingesetzt wurden.
RAB (WASG-KV Birkenfeld)
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