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Presse-Informationen
Krauth begrüßt Urteil zu
1-Euro-Jobs
19.04.2007
WASG informierte über die Rechte von
1-Euro-Jobbern und das Mitbestimmungs-recht von Betriebsräten
Unter das Motto "1-Euro-Jobs:
Chance - Ausbeutung - oder Arbeitsplatz-vernichtung" stellte die
Partei DIE LINKE / WASG ihren monatlichen Stammtisch am 04. April in Birkenfeld.
Im einleitenden Referat wies Michael Knies
(AG Politische Bildung - KV Birkenfeld) auch auf die rechtlichen Grundlagen
von 1-Euro-Jobs hin. Der Ein-Euro-Job müsse individuell auf die Förderbedürfnisse
des Arbeitslosen zugeschnitten sein, die Arbeit müsse im öffentlichen
Interesse liegen, und sie müsse vor allem zusätzlich sein. Fehle
auch nur eine dieser Voraussetzungen wäre das Arbeitsverhältnis
rechtlich anfechtbar.
Das Unternehmen bekomme monatlich für jeden 1-Euro-Jobber bis zu
500 Euro von der Bundesagentur für Arbeit, die für "Verwaltungskosten"
und die "Qualifizierung" des Langzeitarbeitslosen vorgesehen
wären. Seine "Aufwandsentschädigung", im Schnitt 1,02
EUR pro Stunde, würde der Jobber vom Arbeitsamt erhalten.
Wichtig sei auch, so Knies, dass jeder 1-Euro-Jobber Anspruch auf ein
qualifiziertes Zeugnis habe.
Danach stiegen die Anwesenden und zum Teil
Betroffenen schnell in eine lebhafte und emotionale Diskussion ein.
Dass der eigentliche Sinn von 1-Euro-Jobs,
die Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen und deren anschließende
Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, nur in Ausnahmefällen erreicht
wird, war nicht nur den Diskussionsteilnehmern klar. Diese Einsicht habe
sich mittlerweile auch in der Öffentlichkeit und in vielen ARGEN
durchgesetzt. Schlimmer sei aber, dass Studien belegen würden, dass
gerade durch 1-Euro-Jobs die Vermittlungschancen deutlich sinken würden.
Auch auf vermutete Fälle von Mitnahmeeffekten
durch Unternehmen im Kreis Birkenfeld wurde von Betroffenen hingewiesen:
Hartz-IV-Empfänger würden streng kontrolliert. Für einige
Unternehmen, in denen die 1-Euro-Jobber eingesetzt würden, gelte
dies aber anscheinend nicht. Auch "Qualifizierungen" würden
häufig nicht stattfinden oder hätten den Namen nicht verdient,
so ein weiterer Vorwurf.
Weil aber Langzeitarbeitslose aus Angst
vor Repressalien seitens der Behörde es nur selten wagen, dagegen
vorzugehen, es auch oft nicht wollen, weil sie auf den Zuverdienst neben
dem Arbeitslosengeld II zum Überleben dringend angewiesen seien,
würden auch offenkundig rechtswidrige Verhältnisse nicht den
Behörden gemeldet oder öffentlich bekannt gemacht.
Tanja Krauth empfahl allen Betroffenen sich
in solchen Fällen zuerst an ihren jeweiligen Ansprechpartner in der
ARGE oder direkt an den Dienststellenleiter zu wenden. Der Kreisverband
könne, falls dies gewünscht werde, auch Begleitpersonen als
Zeugen zu diesen Gesprächen stellen. Würde auch dann nicht gehandelt,
würde die LINKE/WASG geeignete juristische Unterstützung vermitteln
oder aber auch in geeigneter, auf jeden Fall immer mit den Betroffenen
vorher abgesprochener Weise, Öffentlichkeit herstellen.
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Krauth begrüßte auch die Entscheidung
des Bundesverwaltungsgerichtes vom 21.03.2007, in der den Personalräten
ein Mitbestimmungsrecht zu den 1 Euro-Jobs eingeräumt wurde. Damit
hätten zumindest öffentliche Verwaltungen und Hartz IV-Behörden
nicht mehr die Möglichkeit beliebige Personen für angeblich
zusätzliche Aufgaben zu rekrutieren bzw. den Kommunen zu zuweisen.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hätte es nun in der Hand,
den Ausstieg aus diesen Beschäftigungsverhältnissen einzuleiten
und so auch weiteren Stellenabbau und Lohndumping im öffentlichen
Dienst zu verhindern.
Die WASG-Kreisverbandsvorsitzende schloss sich der Hoffnung von Martin
Bersing vom Erwerbslosenforum Deutschland an: "Die mehrheitlich in
ver.di organisierten Personalräte können dies jetzt stoppen
und damit auch gleichzeitig den vielen klein- und mittelständigen
Unternehmen die Chance geben, damit diese wieder Aufgaben für die
Kommunen übernehmen können und nicht wegen der 1 Euro-Jobs in
den wirtschaftlichen Ruin gedrängt werden!"
Man war sich einig, dass die Betroffenen
vor allem über ihre Rechte weit besser aufgeklärt werden müssten.
Deshalb wird es seitens des Birkenfelder Kreisverbandes der Partei DIE
LINKE/WASG auch in Zukunft weitere Veranstaltungen zu Hartz-IV, 1-Euro-Jobs
und, wie dies von Diskussionsteilnehmern angeregt wurde, Leiharbeit, geben.
RAB (WASG-KV Birkenfeld)
Links zum Thema:
Rechtliche
Rahmenbedingungen für "Ein-Euro-Jobs"
Betriebsrat:
Mitbestimmung bei Einstellung von Ein-Euro-Jobbern
Betriebsrat:
Pressemitteilung des Bundes-Verwaltungsgerichtes
Ein-Euro-Jobs:
Grundinfos für Betriebs- und Personalräte
Ein-Euro-Jobs
als Formen der Zwangs- und Pflichtarbeit
Ein-Euro-Jobs:Missbrauch
und Fehlentwicklung
Die
Praxis zeigt: Die Billigjobs vernichten Arbeitsplätze
Ein-Euro-Jobs-Zwangsarbeit
Aktionen
gegen Ein-Euro-Jobs
Anonyme
Umfrage zum Arbeitsamt und zu Ein-Euro-Jobs
Was das menschenverachtende Hartz-IV-Gesetz
anrichteten kann zeigt auch diese aktuelle Presse-Meldung (die nur einen
Bruchteil der wirklichen Tragödien zeigt):
20.04.2007 Ist ein Mensch wegen Hartz IV verhungert?:
http://www.jungewelt.de/2007/04-20/058.php/
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Presseinfo »
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