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Presse-Informationen
Der unausgewogene Auftritt
oder - Das Angstbeißen
Leserbrief vom 02.07.2008
Antwort auf den Leserbrief in der Nahe-Zeitung
von Juso-Mitglied Mathias Schorn in dem dieser DIE LINKE gerne als Nachfolgepartei
der SED sehen möchte und Hartz IV für eine "sozial ausgewogene
Lösung" hält
Der unausgewogene Auftritt oder Das Angstbeißen
Herr Schorn aus der Juso-Arbeitsgemeinschaft
und seine Einlassung zu einer sozial ausgewogene Lösung in der Mindestlohndiskussion
ist schon ein starkes Stück.
Sein Leserbrief offenbart die tiefe Angst der SPD vor der Linkspartei,
dabei schreckt er nicht zurück in die Mottenkiste der verbalen Rundumschläge
zurück zu greifen.
Der Linken Partei eine SED-Verwandschaft
anzuhängen grenzt schon an Demagogie.Er unterschlägt
bewusst die Ursprünge der SPD und deren Ideale, von der sich die
heutige Sozialdemokratie verabschiedet hat. Zur Erinnerung und Richtigstellung
seiner Argumente möchte ich einiges zur SPD bemerken.
Er scheint vergessen zu haben das die Wurzeln der SPD einen der Gründerväter
ihrer Partei unterschlägt.
Ich spreche hier von Karl Liebknecht. Dieser Mann war ein radikaldemokratischer
Revolutionär der sich aktiv an der Revolution von 1848/49 beteiligt
hatte und sich als Journalist mit antikapitalistischen Schriften die Feindschaft
des herrschenden Staat zuzog. Liebknecht war Mitglied des Kommunistischen
Bundes. Und als Anhänger der Thesen von Marx und Engels einer
der einflußreichsten Politiker im Reichstag der Weimarer Republik.
Er prägte auch die These Wissen
ist Macht in der formuliert wurde das: Die Schule ist das
mächtigste Mittel der Befreiung, und die Schule ist das mächtigste
Mittel der Knechtung - je nach der Natur und dem Zweck des Staates sei.
Ein weiteres Zitat aus der Ideologie
der Sozialdemokraten: In der heutigen Gesellschaft sind die
Arbeitsmittel Monopole der Kapitalistenklasse; die hierdurch bedingte
Abhängigkeit der Arbeiterklasse ist die Ursache des Elends ( der
Armut) und der Knechtschaft (Bevormundung der Bürger) in allen Formen.
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Karl Liebknecht war ein prominenter internationalistischer Sozialist und
Antimilitarist. Er gehörte bis 1917 zu den radikalen Linken in
der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, bestimmte seit 1914 die
Linie des Spartakusbundes mit und war Ende 1918 einer der Gründer
der Kommunistischen Partei Deutschlands. 1919 wurde er zusammen mit
Rosa Luxemburg ermordet. Soviel zu den Nachfolgeorganisationen der Parteien.
Zur Aufklärung in der Mindestlohndiskussion
muß man wissen, daß die Forderungen nach einem Mindestlohn
auf die vielfältigen Initiativen der Linken zurückgeht
und die SPD als getriebene Partei, der die Mitglieder aufgrund ihrer
aktuellen ungerechten und unsozialen Maßnahmen davonlaufen im
Fahrwasser dieser linken Forderungen verlorene Wählerschichten sucht.
Diese Erkenntnis wird unterstützt von dem designierten Generalsekretär
der sächsichen SPD Herrn Panther, der öffentlich zugibt:
Die Behauptung, dass Mindestlöhne die Schwarzarbeit fördern,
ist Kaffeesatzleserei. Die Schwarzarbeit ist schon heute - ohne Mindestlöhne
- auf einem beängstigenden
Niveau. Mindestlöhne sollen ganz im Gegenteil Transparenz schaffen.
Die Grund für diese Aussage des SPD
Generalsekretärs liegt in der offenen sozialen Unausgewogenheit der
SPD-Politik die durch Hartz IV und andere arbeitnehmerfeindliche Gesetze
und Verordnungen den Sozialstaat abgebaut hat und sich an den Grundgesetzwidrigen
Ideologien der christlichen Unionisten aktiv beteiligt.
Diese Tatsachen zu verdrängen und als
Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Jungsozialisten in der SPD so einen unausgewogenen
Leserbrief zu schreiben zeugt vom inneren Zustand dieser SPD.
Bernhard Bohnsack, Idar-Oberstein
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