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Presse-Informationen
Ortsgemeinden wird durch Kreistag das Wasser abgegraben
Leserbrief vom 23.12.08 bezieht sich auf
den Artikel in der Nahe-Zeitung "Kreisumlage wird erhöht",
den Leserbrief von Herrn Reichert "Schweigen der Lämmer"
und die ebenfalls in der Nahe-Zeitung veröffentlichte Einladung nach
Berlin von MDB Körper an die Ortsbürgermeister im Kreis Birkenfeld.
DIE LINKE: Gewerbesteuerumlage - an den
Bund abschaffen, an die Länder schrittweise auf Null absenken
Unstrittig hat der Landkreis Birkenfeld
vielfältige Aufgaben mit entsprechenden Ausgaben wahrzunehmen. Landrat
Redmer kritisiert auch völlig zu Recht die beiden Bundestagsabgeordneten,
die auf Bundesebene neue Leistungsgesetze mit verabschiedeten, die die
Kreise bezahlen sollen und nicht bezahlen können. Anstatt aber konsequent
in dieser Richtung an einer Verbesserung der Finanzlage des Kreises zu
arbeiten nach dem Motto "den letzten beißen die Hunde",
den Ortsgemeinden mit einer Erhöhung der Kreisumlage weiter das Wasser
abzugraben zeugt von Hilflosigkeit, ist aber nicht wirklich zielführend.
Die Kommunen als die Orte, in denen
die Menschen leben und arbeiten, in denen sich das soziale Miteinander
abspielt, benötigen neben mehr Befugnissen nicht weniger, sondern
mehr Geld. Sie sind die wichtigsten Träger der öffentlichen
Dienstleistungen und notwendigen Infrastrukturen. Den Ortsbürgermeistern
sollte nicht nur ein Anhörungsrecht, sondern ein Antragsrecht und,
bei Angelegenheiten, die seine Ortsgemeinde betreffen, ein Vetorecht eingeräumt
werden.
Notwendig ist auch, dass die Kommunen über alle Vorhaben der EU,
von denen sie berührt sind, unterrichtet werden. Bundes- und Landesregierungen
müssen den kommunalen Spitzenverbänden in EU-Angelegenheiten
das Recht zu Stellungnahmen geben.
Obwohl bereits vor dem Regierungswechsel
in Berlin von sozialdemokratischen Kommunalpolitikern immer wieder eine
grundsätzliche Neuorganisation und Neuverteilung des staatlichen
Steueraufkommens zugunsten der Kommunen gefordert worden ist hat auch
die Große Koalition aus CDU und SPD nichts an der Hinterlassenschaft
der Vorgängerregierungen geändert. So müssen sich Kommunalpolitiker
auch im Kreis Birkenfeld nach wie vor die Frage stellen, wo das garantierte
Selbst-verwaltungsrecht der Kommunen bleibt, wenn sie aufgrund der
geringen Mittelzuweisungen bei gleichzeitiger Aufgabenübertragung
vor allem sozialer Aufgaben kaum noch Entscheidungsspielräume haben.
Kommunale Selbstverwaltung ist ohne eine ausreichende Finanzausstattung
nicht möglich.
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Die aktuelle Entwicklung der kommunalen Finanzen belegt leider, dass trotz
gestiegener Steuereinnahmen viele Kommunen eine finanzielle Abwärtsspirale
droht. Ursächlich dafür sind vor allem sich abzeichnende
jährliche Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer, eine hohe Verschuldung,
explodierende Sozialausgaben und ein erheblicher Sanierungsbedarf der
öffentlichen Infrastruktur.
Neben der strikten Anwendung des Konnexitätsprinzips
("Wer bestellt bezahlt") auf allen Ebenen sind Bund und Länder
deshalb dringend gefordert, die Städte und Gemeinden zu unterstützen,
wie z.B. durch die von den LINKEN geforderte Abschaffung der Gewerbesteuerumlage.
Die Gewerbesteuerumlage von den Kommunen an Bund und Länder mindert
die Einnahme der Städte und Gemeinden erheblich. Ein Wegfall der
Gewerbesteuerumlage würde zudem den Charakter der Gewerbesteuer als
originäre Gemeindesteuer wiederherstellen und würde der Maßgabe
des Grundgesetzes entsprechen, dass eine den Gemeinden mit Hebesatz zustehende
wirtschaftskraftbezogene Steuerquelle zu den Grundlagen der finanziellen
Eigenverantwortung der kommunalen Selbstverwaltung gehört.
Die Gewerbesteuerumlage an den Bund soll
auf Antrag der Bundestagfraktion DIE LINKE. ab 2009 gänzlich und
an die Länder schrittweise bis 2013 abgeschafft werden. Damit könnten
die Städte und Gemeinden vollständig über die Einnahmen
aus der Gewerbesteuer verfügen. Das würde die finanziellen
Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung und insbesondere die Investions-möglichkeiten
der Kommunen stärken.
Übrigens, alle Bundestagsabgeordnete
haben mehrmals im Jahr die Möglichkeit auf Kosten der Steuerzahler
Bürgerinnen und Bürger zum Besuch des Bundestages in Berlin
einzuladen. Den Ortsbürgermeistern aus dem Kreis Birkenfeld empfehle
ich, sollte sich die Gelegenheit einer Reise nach Berlin ergeben, unabhängig
von ihrer politischen Einstellung mal bei der Bundestagsfraktion der LINKEN
vorbeizuschauen.
Rainer Böß, Schwollen
Mitglied im Kreisverband
Die Linke Birkenfeld
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