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Presse-Informationen
Hartz IV: Getrickst, getäuscht, verfassungswidrig
03.10.2010
Bundesregierung manipuliert bei Neuberechnung
von Hartz-IV
Zu den Tricksereien der Bundesregierung bei der ALG-II-Regelsatz-Berechnung
erklärt die Spitzenkandidatin der LINKEN für die Landtagswahl
2011, Tanja Krauth:
Der Verdacht bewahrheitet sich nun, dass bei der Erhöhung der
Hartz-IV-Regelsätze die Bundesregierung solange getrickst hat, bis
wieder ein absolut menschenunwürdiger Mindestbetrag heraus kam. Damit
werden mehr als 6,5 Millionen Hartz-IV-Empfänger verhöhnt und
der neue Hartz-IV-Satz nach rein politischen Gesichtspunkten festgelegt.
Dies entspricht ausdrücklich nicht dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes!
Diese Regelsatzberechnung ist genau so unkorrekt wie die damals von der
SPD vorgenommene und vom BVerfG als verfassungswidrig bemängelte.
Krauth weiter: Wenn sich die Presse-Meldungen
bestätigen sollten, dass die SPD das Gesetz zu den Änderungen
des SGB II und damit auch den Hartz IV Regelsätzen im Bundesrat nun
doch nicht blockieren und auch keine Verfassungsbeschwerde dagegen beim
Bundesverfassungsgericht (BVerfG) einlegen, bzw. dies als Verhandlungsmasse
bei der Einführung von Mindestlöhnen missbrauchen will, so wäre
das ein erneuter Verrat der ehemaligen Arbeiterpartei an den Arbeitslosen!
Ich fordere die rheinland-pfälzische SPD und insbesondere Kurt Beck
auf, das Armuts-Gesetz im Bundesrat zu blockieren!
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Linkspartei-Chef Klaus Ernst meint dazu: Die SPD und die Grünen
müssen sich entscheiden, was sie machen. Sie tun so, als hätten
sie mit dem System, das sie selbst eingeführt haben, nichts zu tun.
Ich kann diesen Parteien nur raten, keinen faulen Kompromiss zu akzeptieren.
Mit 7,50 Euro mehr statt fünf Euro ist niemand gedient. Es ist die
Nagelprobe für die SPD, ob sie sich tatsächlich von Hartz IV
abwendet, oder ob sie es fortschreiben will.
Eine von den linken Bundestagsabgeordneten
Diana Golze und Katja Kipping durchgeführte Überprüfung
belegt, dass die Bundesregierung die Daten in großem Umfang manipulierte.
So wurde z.B., anders als bei der bisherigen Referenzgruppe , jetzt nur
nur noch das Ausgabeverhalten der ärmsten 15 Prozent herangezogen.
Wenn ein Großteil der Referenzgruppe aber selbst auf Hartz-IV-Leistungen
angewiesen ist, drückt das den Regelsatz nach unten. Ein weiteres
Beispiel für die offenkundige Manipulation: Bei der Bedarfsermittlung
von Kindern beruhen einige Positionen auf den Angaben von gerade einmal
30 Haushalten!
Tanja Krauth: Dies sind nur zwei Beispiele,
wie von der Bundesregierung bei der ALG-II Berechnung getäuscht und
getrickst wurde! Die CDU sollte das C aus ihrem Namen streichen, denn
mit christlich hat das nichts mehr zu tun!
Während die Sozialverbände 420,-Euro
Regelsatz für angemessen halten, fordert DIE LINKE in Anlehnung an
die Experten der Erwerbslosenverbände eine sofortige Erhöhung
der Regelsätze auf 500,-Euro und schnellstmöglich die Überwindung
von Hartz IV durch die Einführung eines bedarfsgerechten Grundeinkommens.
rab (KV DIE LINKE. Birkenfeld)
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