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ThemenUnser Standpunkt zu StudiengebührenStudiengebühren werden immer wieder zum Thema gemacht und oft wird hier nur sehr oberflächlich diskutiert. Weil in vielen Fällen gar nicht definiert ist, was Studiengebühren überhaupt sind. Faktisch gibt es die Studiengebühren schon lange. Einmal in Form von "Semesterbeiträgen", die jeder Student in Deutschland zu entrichten hat. Je nach Hochschule betragen diese zwischen 70 und 200 Euro. Dieses Geld dient aber nicht der Bildung direkt, sondern allgemeinen Belangen (Bus- und Bahnticket, Mensa, Studentische Gremien etc.). Dadurch ist der Student auch verpflichtet sich jedes Semester anzumelden - sonst droht die Exmatrikulation. Zu den weiteren bereits existierenden Studiengebühren zählen die "Langzeit-studiengebühren" (u.a. in Rheinland-Pfalz). Sie werden verlangt, wenn eine bestimmte Studienzeit überschritten wird. Sie ist von Hochschule zu Hochschule ganz unterschiedlich. Und soll einfach nur davon abhalten, dass Studenten ihr Studium zum "Nebenjob" machen und sie zu mehr Disziplin verpflichten. Über den Sinn dieser Regelung kann man streiten, insbesondere ist hier die Frage relevant, ab welchem Semester diese "Extra-Gebühren" verlangt werden. Wenn man aber heutzutage über die Einführung
von Studiengebühren redet und schreibt, meint man "wirkliche"
Studiengebühren. Vom ersten Semester an. Das heißt der Student
muss in Zukunft nicht mehr nur seinen Lebensunterhalt finanzieren, sondern
auch der Hochschule Geld zahlen. Argumentiert wird mit sich dadurch ergebenden
größeren finanziellen Spielräumen an den Hochschulen.
Es könnten mehr Lehr- und Hilfskräfte eingestellt werden, die
oft maroden Gebäude würden renoviert, Labore mit neuem Gerät
ausgestattet usw. usf. Man verweist dann gerne an angelsächsische
Universitäten. Wo doch alles so perfekt laufen würde und wo
auch die weltberühmten Elite-Unis stationiert sind. Und wer will
schon nicht die besten Akademiker in seinem Land haben? Aber schauen wir
doch mal rüber auf die Länder Amerika, Australien und Großbritannien. USA: - Einführung 1975 Nach 30 Jahren permanenter Verschlechterung der Zugangs-bedingungen und der Durchschnitts-qualität fordern immer mehr Amerikaner die Abschaffung der Studiengebühren. Die Regierung wird ausgefordert, endlich die Verantwortung zu übernehmen für ein Feld, das ihre Existenzberechtigung überhaupt ermöglicht - die freie Bildung.
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- Einführung 1988 Großbritannien - Einführung im Jahr 1998 In allen drei Ländern sehen wir immer wieder die eine Kernaussage: Der Staat stiehlt sich aus der Finanzierung der Hochschulen! Genau diesen Weg wird auch Deutschland gehen, wenn Studiengebühren als "Allheilmittel" flächendeckend eingeführt werden. Erste Symptome sind schon zu erkennen. Schauen wir nach Hessen. Dort hat im Jahr 2004 Roland Koch, als einer der größten Befürworter der Studiengebühren, die sog. "Verwaltungsgebühren", die als Bestandteil der üblichen Semesterbeiträge gelten, landesweit um 50 Euro erhöht. Er machte überhaupt keinen Hehl daraus, dass dieses Geld direkt in die Schuldentilgung fließen würden, und die Hochschulen von diesem Geld keinen müden Groschen sehen würden. Dieser Weg ist vorgezeichnet und wird keineswegs die Budgets der Hochschulen erhöhen sondern eher senken. Die Qualität wird sinken. Um dies zu vermeiden werden sich zehn bis zwölf Elite-Unis herausbilden, die sehr hohe Gebühren verlangen werden. Die weder von den Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien bezahlt werden können, noch von der Mittelschicht ohne Schuldenmachen finanzierbar sind. Mal ganz davon zu schweigen, dass sich in Deutschland noch keiner der Gebührenbefürworter ernsthaft Gedanken über ein erfolgreiches Stipendiensystem gemacht hat. Die WASG und viele andere Initiativen sehen Studiengebühren als ein total falsches Instrument der Hochschulfinanzierung. Bildung, auch die an Universitäten und Fachhochschulen, soll weiter ein öffentliches Gut bleiben und damit für jeden zugänglich sein. Die soziale Herkunft soll und darf nicht ausschlaggebend sein, ob man studieren geht oder nicht. Wenn wir diesen Weg beschreiten, verschleudern wir Ressourcen in unserem Land. Die WASG fordert die Regierung und die Beteiligten auf, sich nicht aus der Bildung zu stehlen und sie zu privatisieren, sondern vielmehr in sie zu investieren. Es gibt Alternativen zu Studiengebühren. Andre Thiessen (WASG-KV-Birkenfeld) Dieser
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| Aktualisiert: 03.09.2006 |
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